Musikalischer Adventskalender aus Allendorf


Ab dem 28. November öffnen sich 25 musikalische Türchen aus dem Kooperationsraum Bad Sooden–Allendorf:  

www.youtube.com/channel/UCRB_Tca3mHEV9AkbY9AYFvQ

Der Musikalische Adventskalender: www.youtube.com/paylist?list=PL3yEN0hScY8gW9NEt4ws1I3zfO1eZFAny

Der Kanal des Kooperationsraums Bad Sooden-Allendorf:

www.youtube.com/channel/UC2MZLLYrhD0_ayQJ_BXRSNg

Herzlichen Dank an den Mann vom Film, Volker Lange, und alle Mitwirkenden - und eine gesegnet Adventszeit!



Ökumenischer Gottesdienst für Einsatzkräfte nur digital

Aufgrund der pandemischen Lage im Kirchenkreis Werra-Meißner wird der

für  Donnerstag, den 25.11.2021 in Witzenhausen geplante ökumenische  Gottesdienst für die Einsatzkräfte von Feuerwehren, DLRG, DRK, der Such- und Rettungshunde-staffeln, der Polizei und Notfallseelsorger  des Kirchenkreises Werra-Meißner abgesagt.

„Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, konnte schon im letzten Jahr dieser Gottesdienst nicht stattfinden.“, so der stellvertretende Dekan Ralph Beyer.

„Im 25. Jahr des Bestehens der Tätigkeit von Notfallseelsorge in unserem Landkreis scheint die Arbeit der Einsatzkräfte wichtiger denn je. Einsätze bei Bränden, Vermisstensuchen, alltägliche Einsatzszenarien und nicht zuletzt Einsätze wie in Gertenbach unterstreichen die Notwendigkeit dieser wertvollen Arbeit; umso mehr bedauern wir diese Absage gerade in diesem Jahr. “

An Stelle des abgesagten NFS-Gottesdienstes wird ab Donnerstag, den 25.11.2021, eine Andacht auf dem YouTube-Kanal des Evangelischen Kirchenkreises mit einer Ansprache  des  Landespfarrers für Polizei- und Notfallseelsorge Ulrich Briesewitz  abrufbar sein.

Trostkonzert mit Njeri Weth am 13.November um 18 Uhr in der Marktkirche Eschwege

Herzliche Einladung! Ein Trostkonzert in den abnehmenden Tagen des Jahres - Lieder voller Kraft und Licht für die dunklen Stunden des Lebens. Ein Geschenk an alle, denen die Trauer die Luft nimmt und die Sorge die Tage trübt – besonders nach dieser langen und entbehrlichen Zeit in der Corona-Pandemie.

Trostkonzerte fragen nicht nach meiner Gewissheit, sondern öffnen mir einen weiten Raum, in dem die schweren Töne meines Herzens auf die Melodien des großen Trösters treffen.

Die studierte Opern- und Gospelsängerin Njeri Weth bringt mit dieser neuen Konzertform verstärkt die seelsorgerlichen Möglichkeiten zeitgenössischer geistlicher Musik und lyrischer Texte zur Geltung.

Sie gestaltet das Trostkonzert gemeinsam mit dem Pianisten Daniel Schunn und der Cellistin Erika Umanez. Pfarrer Johannes Weth ergänzt das Ensemble durch besondere Lesungen.

Das Video wird dann eine Woche später zum Ewigkeitssonntag ausgestrahlt.

Zu finden ist es in Youtube unter dem Kanal (https://youtu.be/scYVu39qqd8und beim „Kirchenkreis Werra-Meißner“.

Das Trostkonzert wird veranstaltet vom Team Popularmusik im Kirchenkreis Werra-Meißner.

Mitveranstalter:

Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

Kantor für Popularmusik Kurhessen-Waldeck

Evangelische Stadtkirchengemeinde Eschwege


Copyright Foto:

Njeri Weth

Anja Köhne


Pfarrer Janosz König ist der neue Pfarrer für Langenhain und Vierbach

Im Oktober wechselte Pfarrer Janosz König als Neuzugang aus dem Evangelischen Kirchenkreis Hersfeld Rothenburg in den Evangelischen Kirchenkreis Werra Meißner. Im Kirchspiel Oetmannshausen vertritt er bis 2026 den stellvertretenden Dekan Ralph Beyer als Pfarrer in Langenhain und Vierbach. Janosz König wurde in Kirchheim-Bolanden in Rheinland-Pfalz geboren, wuchs aber am Niederrhein auf. Eigentlich wollte er als Jugendlicher Tierarzt werden, denn seine sportliche Liebe gilt den Pferden und dem Springreiten, doch er entschied sich schließlich für die Theologie.

„Geprägt bin ich von Hause aus durch die Nähe zum Reformator Calvin und den Heidelberger Katechismus“, sagt er. Sein Studium begann er in Bethel und musste dort gleich eine Hürde überwinden: Alle drei Sprachen galt es zunächst zu lernen, Latein, Griechisch und Hebräisch. Aber Janosz König meisterte diese Aufgabe und wechselte anschließend nach Münster und Marburg, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernte, eine Hessin. So kam der junge Pfarrer über das Vikariat in Meringshausen bei Bad Arolsen und seine erste Stelle in Wildeck nach Nordhessen. „Ich bin sozusagen ein Beutehesse“, sagt er munter. Seine Frau, Annette König, ist Pfarrerin in Nentershausen, gemeinsam haben sie zwei drei und sechs Jahre alte Kinder. Zugleich hat der Pfarrer seine alte Leidenschaft aber noch nicht ganz abgelegt, denn er ist auch Vorsitzender des Reitvereins Richelsdorf.

Nach neun Jahren als Pfarrer in Wildeck suchte Janosz König jedoch neue Herausforderungen. Mehr als eine halbe Stelle möchte er nicht machen, um sich um seine Familie kümmern zu können. Deshalb war die Stelle in Langehain und Vierbach perfekt für ihn. In seiner Arbeit ist es ihm wichtig, nah bei den Menschen zu sein und gemeinsam mit seiner Gemeinde zu arbeiten. Während der Corona-Pandemie hat er verstärkt die Sozialen Netzwerke genutzt, um die Menschen über neuen Medien zu erreichen, etwa auf Facebook oder Instagram (@nahbeidenmenschen), oder er hat Video-Gottesdienste aufgezeichnet. „Viele Menschen sind der Kirche zwar noch verbunden, aber sie besuchen nicht mehr die Gottesdienste am Sonntag“, sagt er. Dennoch hat er auch immer Präsenz-Gottesdienste gefeiert, damit auch diejenigen Gemeindemitglieder, die nicht online unterwegs sind, ein Angebot bekommen.

Am ersten Advent um 18 Uhr werden in Langenhain auf dem Sportplatz die neuen Konfirmanden begrüßt. Anschließend feiert die Kirchengemeinde gemeinsam mit allen örtlichen Vereinen ein Grillfest. 


Musik macht Mut - EKKW-Benefizkonzerte im Werra-Meissner-Kreis

Mit dem Open-Air-Konzert "Bassissimo" wurde die landeskirchenweite Reihe der Benefizkonzerte für freischaffende Künstler*innen am 5.September durch den Bassisten Jürgen Orelly und Bezirkskantor Christopher Weik vor der Kirche in Hubenrode eröffnet. Am gleichen Abend wurde das Konzert nochmals vor der Liebfrauenkirche Witzenhausen musiziert.

Nach Benefizkonzerten im September wird am 3.Oktober in Wanfried zum Konzert des Blechbläserensembles um 19 Uhr eingeladen. "Saxophon und Orgel" gibt es am 30.Oktober um 18 Uhr mit Rolf Tinnefeld (Saxophon) und Susanne Voss (Klavier/Orgel) in der Ev. Kirche in Germerode. Am Samstag, d. 6.November präsentieren Instrumentalisten und Gesangssolisten aus Eschwege und Sontra aus ihrem Vesper-Programm Vokales und Instrumentales.

Der Eintritt ist frei; die Spenden werden zur Unterstützung soloselbständiger Musiker*innen verwendet (siehe auch Berichte)    

Herbstsynode in Sontra - wir haben gewählt

Die Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meißner wählt die Delegierten für die Landessynode

Zum vierten Mal in diesem Jahr kamen der Evangelische Kirchenkreises Werra-Meißner zur Synode zusammen, und endlich konnten sich sie Synodalen im Bürgerhaus in Sontra wieder persönlich treffen. Am Tag des globalen Klimastreiks eröffneten Dekanin Ulrike Laakmann und ihr Stellvertreter, Ralph Beyer, die Tagung mit einer Andacht zum Klimaschutz. „Ist es 5 vor 12?“ fragten sie und beteten für die Menschen, die nun politische Verantwortung übernehmen müssen, um der Klimakrise zu begegnen und ebenso für die Menschen in aller Welt, die unter den verheerenden globalen Folgen leiden. Präses Ludger Arnold führte durch die umfangreiche Tagesordnung.

So wandte sich Landrat Stephan Reuß, der noch in diesem Jahr aus dem Amt ausscheidet, zum letzten Mal an die Synode und dankte für die gute Zusammenarbeit auf Kreisebene. „Wir sind uns immer auf Augenhöhe begegnet, haben gemeinsam um die besten Lösungen gerungen und immer Kompromisse gefunden“, sagte er. Gerade die letzten 18 Monate hätten die Verantwortlichen sehr gefordert. Er erinnerte an alle Menschen im Kreis, die die Pandemie nicht oder nur mit Spätfolgen überstanden haben. Außerdem erinnerte er an das Jahr 2015, als gemeinsam mit der Kirche viele Projekte entstanden seien, um Flüchtende mit einer Welle der Hilfsbereitschaft im Kreis aufzunehmen. Er mahnte aber auch, stets vorsichtig mit dem Rotstift umzugehen: „Wir dürfen keine erreichten Standards aufgeben, um die Finanzen zu sanieren, die Auswirkungen spüren wir noch Jahre später.“

Gewählt wurden an diesem Abend die Delegierten, die den Kirchenkreis auf der Landessynode vertreten sollen. „Wir hatten ein großes Feld von richtig guten Kandidaten“, sagte Dekanin Ulrike Laakmann. „Unser Ziel war es, eine gute Mischung von Erfahrung und neuen Impulsen auszusenden, und das ist der Synode gelungen. Die ehemaligen Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen sind zudem in einem guten Verhältnis vertreten.“ Gewählt wurden: Ludger Arnold, Ute Bachmann, Pfarrer Frieder Brack, Pfarrerin Jennifer Keomanee und als ihre Stellvertreter: Daniel Kohl, Lars Reuter, Pfarrerin Sabrina Wascholowski und Pfarrer Ralph Beyer. Zwischen den Wahlgängen überbrachten Pröpstin Kathrin Wienold-Hocke und Superintendent Andreas Piontek vom Kirchenkreis Mühlhausen den Synodalen ihre Grüße.

Pfarrer Christoph Dühr stellte den Zweckverband evangelische Tageseinrichtungen für Kinder im Werra-Meißner-Kreis vor. In ihm haben sich Kirchengemeinden zusammengeschlossen, um die Pfarrerinnen und Pfarrer in ihrer Arbeit in der Trägerschaft der Kindertagesstätten zu entlasten. Nun soll der, bisher von sieben Kitas gebildete, Zweckverband erweitert werden. Er wünschte sich als Perspektive, dass alle 18 evangelischen Kitas im Kirchenkreis in diesem Verbund zusammengefasst sein könnten. Mit einer weiteren sozialpädagogischen Stelle im geschäftsführenden Vorstand könnten dann künftige Pfarrstellenanpassungen aufgefangen werden. Die Synode unterstütze einen entsprechenden Antrag an die Landeskirche. 

Außerdem bezog die Synode Stellung zu den Überlegungen, wie die neue Finanzverfassung im Kirchenkreis umgesetzt werden soll, und stellte sich hinter die vorgelegten Eckpunkte: So möchte der Kirchenkreis Kirchengemeinden, die weniger Mittel zugewiesen bekommen, ausgleichend unterstützen – zum Beispiel bei der Bewirtschaftung ihrer Gemeindehäuser oder kirchenmusikalischen Aufgaben. Die Evangelische Familienbildungsstätte sowie das Diakonische Werk sollen ebenfalls keine Nachteile in der Finanzierung erleiden. 

Pröpstin Wienold-Hocke lobte die Synode für die bereits jetzt angestellten Überlegungen, die vor der Haushaltsdebatte auf der Frühjahrssynode in den Kooperationsräumen des Kirchenkreises weiter diskutiert werden sollen. 



Engagierte Diskussion beim synodalen Studientag

Engagiert diskutierten über 60 Synodale aus allen Kooperationsräumen beim digitalen synodalen Studientag den ,Auftrag der Kirche' - gerade in dieser Zeit. Die Landessynode hat die Diskussion für alle Kirchenkreise angestoßen. Als Mitglied der landeskirchlichen Steuerungsgruppe erläuterte Pröpstin Wienold-Hocke die Aufgabenstellungen und nächste Schritte im landeskirchlichen Prozess. Erste Ideen und Anfragen wurden auf dem Studientag in Kleingruppen und im Plenum ausgetauscht - in den Kooperationsräumen soll das Gespräch noch weitergehen.    

Kirchenkreis unterzeichnet für Klimagerechtigkeit

Für den Kirchenkreis Werra-Meißner haben sich der Kirchenkreisvorstand und der Pfarrkonvent der Resolution zur Klimagerechtigkeit angeschlossen, die über 85 kirchliche Organisationen bundesweit unterstützen und zum 3.Ökumenischen Kirchentag vorgelegt haben. Auch "Churches for future aus Hessisch Lichtenau" und überhaupt die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören zu den Unterzeichnenden.

Die Resolution fordert politisch Verantwortliche auf Bundes- und Landesebene dazu auf, Klimaschutz zum Maßstab des Handelns in allen Sektoren zu machen. Zugleich unterstreicht der Aufruf den Einsatz der Kirchen für mehr Klimagerechtigkeit sowie die Entschlossenheit, dazu selbst beizutragen. "Bei der Resolution allein kann es nicht bleiben!" teilte Dekanin Laakmann aus dem Kirchenkreisvorstand mit, "wir bitten den Umweltausschuss und die Gemeinden, weiter an konkreten Umsetzungen vor Ort zu überlegen!"          

Resolution der Kreissynode zu , Südlink` vom 23.April 2021

Resolution der Synode des Kirchenkreises Werra–Meißner zur Höchstspannungsleitung (SuedLink)

Der Umweltausschuss des Kirchenkreises Werra–Meißner hat sich ausführlich mit den Argumenten der Befürworter und der Kritiker der geplanten Höchstspannungsleitung durch den Werra–Meißner–Kreis beschäftigt.

Auf der Kreissynode am 23.04.2021 wurde die folgende Resolution verabschiedet:

Die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Werra–Meißner unterstützt

die vorgetragene Kritik an der von den Vorhabenträgern geplanten Trassenführung der Höchstspannungsleitung SuedLink in ihrem Abschnitt durch das Kreisgebiet des Werra–Meißner–Kreises.

Wir wenden uns damit an die Bundesnetzagentur, die die Stromtrasse im Auftrag der Bundesregierung plant.

Dabei lassen wir uns leiten von unserer Verantwortung für die uns von Gott anvertraute Schöpfung, diese zu schützen und für künftige Generationen zu bewahren.

Im Werra-Meißner-Kreis sind vom Bundesamt für Naturschutz große Teile als Hotspot der Biodiversität (Nr.17) ausgewiesen. Die Naturraumwertigkeit ist hoch.

Die Kreissynode schließt sich den Stellungnahmen und fachlichen Gutachten an,

wie sie durch den Kreisausschuss des Werra-Meißner-Kreises vom 4.6.2019 und 30.4.2020

mit den entsprechenden Gutachten OECOS GmbH Hamburg vom 21.5.2019 und GOENIK GmbH, Kassel vom 10.5.2019, sowie von u.a. dem Kreisbauernverband und der BI Werra-Meißner gegen SuedLink ausführlich formuliert worden sind.

Diese zeigen deutlich die Gefahren auf, die mit der geplanten Trassenführung in einem ökologisch und hydrologisch sehr sensiblen Landschaftsraum für das Grundwasser, den Boden, die Flora, die Fauna und die Gesundheit der hier lebenden Menschen verbunden sind.

Vor dem Hintergrund der weitreichenden Bedeutung und langfristigen Auswirkungen der Entscheidungen bittet die Kreissynode um Berücksichtigung der in den Stellungnahmen vorgebrachten Argumente.

Im Falle der geplanten Höchstspannungsleitung bittet die Kreissynode um Prüfung und Auswahl der für das ökologische Gleichgewicht konfliktärmsten Alternative.

Zum Schutz der Menschen erwarten wir, dass bei der Trassenführung ein Mindestabstand von 500 m von der Wohnbebauung eingehalten wird. Besonderen Handlungsbedarf sehen wir z.B. in den Ortslagen Ringgau-Netra und Bad Sooden-Allendorf-Ellershausen.

Die Kreissynode spricht sich für den dezentralen Ausbau der Stromerzeugung

aus erneuerbaren Energien und für regionale Energie-Versorgungsstrukturen aus.

Diese sind umweltverträglicher und kosteneffizienter und haben dadurch auch eine positive Auswirkung auf die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung.

Kreissynode verabschiedet Schutzkonzept vor sexualisierter Gewalt und unterstützt Resolution

Enttabuisierung ist die Voraussetzung für Prävention

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreis Werra-Meißner beschließt das Konzept zum Schutz vor sexueller Gewalt nahezu einstimmig

Die zweite digitale Synode 2021 des Evangelischen Kirchenkreis Werra-Meißner stand im Zeichen eines besonders sensiblen Themas, das viele der fast 100 Synodalen an diesem Abend aufgewühlt und auch erschüttert hat: Die Synode beschloss nahezu einstimmig, das Schutzkonzept der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen Waldeck zum Schutz vor sexualisierter Gewalt auf Ebene der Gemeinden im Kirchenkreis umzusetzen. Aufwühlend war vor allem, was die Experten und Expertinnen, die sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigen, aus ihrer Praxis zu berichten hatten, die damit die Dringlichkeit des Themas unterstrichen.

So erläuterte Jugenddiakonin Jennifer Grandt aus Witzenhausen Trends unter Jugendlichen wie etwa TG-Treffen, bei denen die Heranwachsende gegen Taschengeld Sex anböten. Oder dass Jugendliche über die Sozialen Netzwerke durchschnittlich bereits mit 14 Jahren das erste Mal mit harter Pornografie konfrontiert seien. Alexander Först, Jugendkoordinator der Polizei in Eschwege, berichtete von der zunehmenden Verbreitung von Kinderpornografie über das Internet. Birgit Reppmann vom Staatlichen Schulamt stellte fest, dass sexuelle Übergriffe in Schulen auch unter den Schülern stattfänden, während Eleanor Schellhase vom Jugendamt in ihrer täglichen Arbeit die Probleme im familiären Umfeld im Blick hat.

„Zur Prävention gehört auch die Enttabuisierung des Themas und die Sensibilisierung des Personals“, sagte Andrea Itter von der Kita-Fachberatung der Diakonie Hessen. Sonst könne man mit den Betroffenen gar nicht sprechen. In der Diskussion der Synodalen in Kleingruppen wurde anschließend deutlich, wie hoch der Informationsbedarf ist und wie wichtig es ist, dass die Anlaufstellen für professionelle Hilfe bekannt sind. Information und Schulung ist als ein Baustein des Schutzkonzepts, das im Kirchenkreis nun umgesetzt wird, bereits verankert, erklärte Prof. Dr. Thomas Zippert, landeskirchlicher Koordinator zum Thema sexualisierte Gewalt. Weitere Bausteine sind die Risikoanalyse, die Erstellung von Verhaltensnormen oder die Prüfung der Eignung aller Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen. 

Die EKD hat für Betroffene die telefonische Anlaufstelle.help eingerichtet, die unter Tel. 0800 5040 112 erreichbar ist. Zudem möchte sich die Kirche im Werra-Meißner-Kreis mit den bestehenden Hilfeangeboten, etwa der Beratungsstelle „Allerleirauh“ des Vereins Frauen für Frauen, in Zukunft noch stärker vernetzen. Auch die Aufarbeitung gemeldeter älterer Fälle müsse gefördert werden, sagte Pröpstin Katrin Wienold-Hocke und betonte in einer Videobotschaft: „Jeder einzelne Fall nötigt zum Handeln. Alleine lassen geht in einer Kirche der Nächstenliebe nicht!“

Geleitet wurde die digitale Synode souverän von Präses Ludger Arnold. Grüße sandten neben Jens Ritter, Präses der Kreissynode Mühlhausen, Landrat Stefan Reuss und per Video Propst Mart Jaanson aus Valga in Estland. Dekanin Ulrike Laakmann stellte der Zusammenkunft in ihrer Andacht Gedanken der Theopoetin Carola Moosbach voran, die in ihren Texten den Apell gab, auch in den dunkelsten Momenten in diesem seltsamen Leben „trotzdem wieder aufzustehen“. Die Dekanin erinnerte zudem an die zahlreichen und vor allem älteren Menschen, die durch die Pandemie im Kirchenkreis verstorben sind.

Schließlich stellte Torsten Möller die Arbeit des neuen Umweltausschuss des Kirchenkreises Werra-Meißner vor. Mit einer deutlichen Mehrheit beschlossen die Synodalen eine Resolution, in der sie sich hinter die Kritik stellen, die im Werra-Meißner-Kreis an der geplanten Trassenführung der Starkstromtrasse SuedLink bereits geäußert wurde. Die Resolution betont aber darüber hinaus auch: „Die Kreissynode spricht sich für den dezentralen Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und für regionale Energie-Versorgungsstrukturen aus.“