Aus dem, was wir haben, das Beste machen - Kreissynode traf sich am 14.3.2026 zur konstituierenden S
Am Tag vor den Kommunalwahlen fand im Witzenhäuser Gemeindezentrum Corvinushaus ein Wahlmarathon der anderen Art statt. Dort trat am vergangenen Samstag die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meißner zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. 72 Mitglieder gehören der neuen Synode an, dem Gremium, das in den kommenden sechs Jahren die Geschicke des Kirchenkreises leiten wird.
Damit Dekan Ralph Beyer nicht so lange allein am Vorstandstisch sitzen musste, leitete er die Wahlen zügig an. Zur neuen Vorsitzenden der Kreissynode wurde Ute Bachmann aus Bad Sooden-Allendorf gewählt. Sie folgt Ludger Arnold nach, der nach 30 Jahren als Präses nicht mehr zur Wahl angetreten ist. Die 59-jährige ist als Angestellte in einem Planungsunternehmen tätig und seit 1981 in der Gemeinde St. Crucis ehrenamtlich engagiert. Sie bringt langjährige Erfahrung aus der Arbeit in Kirchenvorstand, Kirchenkreisvorstand, Landessynode und Rat der EKKW mit. Von 2018 bis 2020 war sie Präses der Synode im damaligen Kirchenkreis Witzenhausen.
Für die künftige Arbeit sind bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen weitere Einschnitte und schmerzhafte Prozesse vorprogrammiert. Dennoch beginnt Ute Bachmann ihr Amt mit Zuversicht und sagte ihren Mit-Synodalen: „Wir haben die Freiheit zu handeln und sollten es in Liebe tun. Nutzen wir die Chance, aus dem, was wir haben, das Beste herauszuholen.“
Nachdem die Synode Katrin Klöpfel als Stellvertreterin von Dekan Beyer bestätigt hatte, ging es an die Wahl der weiteren Mitglieder für den Kirchenkreisvorstand. Gewählt wurden die Laienmitglieder Bernd Lautenbach, Wolf-Arthur Kalden, Dr. Daniel Kohl und Markus Voelckel (Stellvertreter: Ulrich Bernhardt, Ludger Arnold, Lars Reuter, Sebstian Selig und Manuela Iba) sowie die geistlichen Mitglieder Pfarrerin Rosemarie Kremmer und Pfarrer Armin Scheerschmidt (Stellvertreter: die Pfarrer Janosz König, Dominik Teminski und Jaochim Meister).
Neben dem Kirchenkreisvorstand wurden noch weitere Gremien besetzt, damit die Arbeit dort weitergehen kann, etwa die Ausschüsse für Finanzen, Bauen und Umwelt, Kirchenmusik, Jugend- und Konfirmandenarbeit sowie die Stiftung Jugendarbeit und die Kirchenerhaltungsstiftung Werra-Meißner.
Die Zeit zwischen den einzelnen Wahlgängen nutzten Daniela Höppner und Andreas Koch vom Kirchenkreisamt Werra-Meißner, um den Doppelhaushalt 2026/2027 vorzustellen. Mit seinen Einrichtungen Kirchenkreisamt, Diakonisches Werk und Familienbildungsstätte hat er ein Gesamtvolumen von rund 8 Millionen Euro. Die strukturellen Defizite können durch die Entnahme von Rücklagen gedeckt werden. Nach einer kurzen Aussprache hat die Kreissynode den Haushalt einstimmig angenommen.
Fünf Stunden inklusive Mittagspause waren laut Tagesordnung angesetzt. Nach viereinhalb Stunden konnte Dekan Beyer die Frühjahrssynode abschließen und alle ins Wochenende entlassen. Sogar für Grußworte war noch die Zeit. Witzenhausens Bürgermeister Lukas Sittel und der Propst der Partnergemeinde Valga aus Estland, Mart Jaanson, hatten schriftliche Grußbotschaften gesendet. Landrätin Nicole Rathgeber trug ihr Grußwort in einer mitreißenden Videobotschaft vor. Sie sprach von der wertvollen Zusammenarbeit von Kirche und Kommunalpolitik und wie wichtig es sei, dass sich Menschen engagieren. Zum Schluss gab es noch ein dickes Dankeschön von ihr: „Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen … in der Politik, in unseren Gemeinden und in unserer Kirche. Und sie alle hier in der Synode tun genau das. Und dafür danke ich Ihnen von Herzen.“
Bildunterschrift: Sie alle übernehmen Verantwortung für die Geschicke des Kirchenkreises in den nächsten sechs Jahren: die Synodalen mit dem Kirchenkreisvorstand, Präses Ute Bachmann (vordere Reihe mit Blumenstrauß), Dekan Ralph Beyer und seine Stellvertreterin Katrin Klöpfel (vordere Reihe 3. und 2. von rechts) (Foto: Edith Hettwer)